bontje - frische musik

independent-pop-radio auf FLoK, FM 107.1 MHz
 

Playlist
Montag, 30. Maerz 1998, 19 bis 20 Uhr, UKW 107.1 MHZ



 
ALPHA hazeldub
(aus: Come From Heaven, Melankolic/Virgin 1997)
Marco sagt:
Eine Band aus Bristol, die man nicht direkt in die Trip-Hop-Schublade stecken sollte (über den Begriff Trip-Hop als inhaltsloses "labelling" wollen wir hier schon gar nicht reden). Dem kann jedenfalls auch die Freundschaft zu Massive Attack nichts anhaben. Schwerer Dub-Bass paart sich hier mit sphärischen Vocals, der Rest der Platte läßt Reminiszenzen an 60er Filmmusiken und Singer/Songwriter-Größen wie Scott Walker oder Lee Hazlewood zu (die zu den erklärten Lieblingen Alpha's gehören). Große Klasse.
ULTRAVOX fear in the
western world
(aus: Ha!Ha!Ha! Island Records 1977)
Bernd sagt:
Musik, die man heute wohl kaum noch mit dem Namen Ultravox verbindet. Statt der späteren Pophymnen findet man insbesondere auf diesem zweiten Album eine Art akademisch sublimierten Punk. Motive wie Entfremdung und Isolation im Industriezeitalter, die später zur hohlen Phrase der New-Wave-Bewegung verkommen, zeichnen sich hier schon ab, wirken aber noch unverbraucht. Die Wende der Band zum Synthie-Pop vollzog sich wohl endgültig mit der Einstellung Midge Ures als Frontman (für John Foxx). Das 81er-Album "Rage in Eden"  halte ich für das gelungenste dieser zweiten Phase, -wenngleich, von heute aus betrachtet, stililistisch total überholt.  
PIGEONHED special way
(aus: Pigeonhed, SubPop 1993)
Marc sagt:
Faengt an mit dem Hund. Mir gefaellt: die Vielschichtigkeit der Sounds, die Experimentierfreude, die Opulenz. Die tumbe Geradlinigkeit des schweren Beats, der sich unvermittelt verschlankt dann. Zum Ende verliert der Song jede Bodenhaftung, Shawn Smiths Stimme löst sich auf zwischen Möwen.
BRAD 20th century
(aus: Shame, Epic 1993)
Marc sagt:
"We found the groove, have a good time, make sure your seatbelts are fastened." Brad sind Pigeonhed minus Steve Fisk. Und Stone Gossard (gt), Regan Hagar (dr), Jeremy Toback (bs). Shame ist tief, dunkel, wirkt sehr geschlossen schoen.
MA CHERIE FOR PAINTING
a 33
(Eigenproduktion, 1997)
Marco sagt:
Eine wunderbare 7" namens "Extra bille" auf dem britischen Earworm* Label machte mich auf diese wirklich gute Band aus Stuttgart aufmerksam. Dieser Song Ihrer offensichtlich selbst produzierten 12" besticht durch das ausgefeilte Steigerung-Zurücknahme-Steigerung-usf-Prinzip  eines simplen Songthemas über 6 Minuten, ohne in gängige Post-Rock-Klischees zu verfallen... allerdings krautig wie sonstwas. Und wie Bernd noch bemerkt, im allerpositivsten Sinne... "Wieso sind die noch nicht von Kitty Yo gesignt?" fragt Marco da wohl zu recht.

*) Marco sagt auch fuer alle von Euch die's gemerkt haben: Sorry für den Faux-pas mit Wurlitzer Jukebox...
 

ECHO & THE BUNNYMEN 
nocturnal me
(aus: Ocean Rain, Korova/WEA 1984)
Bernd sagt:
Allzu dick aufgetragene Dramatik, ins Absurde gesteigertes Pathos: Nick Cave oder Morrissey mögen dies zur Kunstform erheben können, - die Bunnymen scheitern kläglich: Alles, was an New Wave doof ist, ist hier auf 5 Minuten komprimiert. Nichtsdestotrotz finden sich auf "Ocean Rain" aber auch große Popsongs wie "Seven Seas" oder "The Killing Moon". Das Vorgängeralbum "Porcupine" (1983) mit seinen klug gestrickten Arrangements und dem großartigen "Back of Love" ist meines Erachtens jedoch vorzuziehen. Hier verdichtet die erweiterte Instrumentierung die Stimmung der Songs und wirkt nie aufgesetzt oder klischeehaft.
BRAD i don't know
(aus: Interiors, Epic 1997)
Marc sagt:
Wir blicken in weitgehend leere Raeume, aufgeraeumt alles, stilvoll und rosa. Wie lang ist der Drink, wie suess, und wann kann ich gehen? Vorsicht: fusselige, gestrige Rockmonster unterm Designersofa. Wie unpassend!
PIGEONHED the full sentence
(aus: The Full Sentence, SubPop 1997)
Marc sagt:
Langeweile hoert vielleicht, wen der Hypnosesog nicht erfasst, fast sieben Minuten lang. Auch dann bleibt: Shawn Smith, schwarze weisse Stimme in Seattle.
die
Welt
ist
eine
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